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Hanse-Kolleg ist telc-Prüfungszentrum

Die ersten Sprachprüfungen für Migranten aus den Vorkursen (Niveau A2 und B1) wurden noch durch Fremdprüfer abgenommen. Im Februar 2017 hat das Hanse-Kolleg Lippstadt zum ersten Mal in eigener Regie Sprachprüfungen auf dem Niveau A2 durchgeführt – denn: Das Hanse-Kolleg ist seit Oktober 2016 lizensiertes telc – Prüfungszentrum. Seit kurzem kann die Schule zudem als externer Partner von telc Prüfungen auf den Sprachniveaus C1 und C2 durchzuführen, die die Tür zu einem Studium an einer Fachhochschule oder Universität öffnen. Hierzu können sich Bewerber aus der gesamten Bundesrepublik anmelden.

Insgesamt zehn Kolleginnen und Kollegen verfügen über Prüfer- und Bewerter-Lizenzen auf unterschiedlichen Niveaustufen. Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer Zertifikate nach dem Standard des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER).

Die Kurse für Migranten sind Vorkurse der Abendrealschule mit dem Schwerpunkt Sprachförderung. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht der Erwerb der deutschen Sprache allgemein, aber auch sprachliche Grundlagen für Fächer wie Mathematik oder Erdkunde werden vermittelt. Auch können diejenigen, die noch keinerlei Englisch-Kenntnisse besitzen, hier erste Schritte machen, um anschließend im Bildungsgang Abendrealschule oder auch in der Ausbildung mithalten zu können.

Wenn diese Kurse erfolgreich durchlaufen wurden bzw. durch ein Sprachzertifikat klar ist, dass ein Wechsel in die Abendrealschule sinnvoll ist, können die Teilnehmer sich dann auch auf einen Hauptschulabschluss oder den Mittleren Schulabschluss vorbereiten. In Soest ist es bereits so weit: Hier werden in einem Kurs Migranten unterrichtet, die nach einem Jahr Vorkurs-Unterricht bereits über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen, um im Sommer 2017 den Hauptschulabschluss Klasse 9 zu erwerben. Sie können ihre Schullaufbahn gegebenenfalls auch bis zur Fachoberschulreife fortsetzen.

Der Unterricht wird von den Lehrerinnen und Lehrern des Hanse-Kollegs erteilt, von denen etwa die Hälfte eine Zusatzqualifikation in der Vermittlung von DAZ (Deutsch als Zweitsprache) besitzt. Die anderen Kolleginnen und Kollegen sind schulintern fortgebildet worden.  

Insgesamt hat das Hanse-Kolleg 11 Kurse an drei Standorten eingerichtet – fünf in Lippstadt, einen in Beckum und fünf in Soest. Durch sprachsensiblen Unterricht  werden die Studierenden von den Lehrkräften unterstützt. Darüber hinaus helfen sie ihnen bei der Suche nach Praktikumsplätzen.

Für diejenigen Migranten, die die ersten Sprachprüfungen bestanden haben, sind inzwischen in Lippstadt und Soest Vorkurse eingerichtet worden, in denen unter anderem Deutschkenntnisse bis zur Stufe B2 erworben werden können, in Soest in Kooperation mit der dortigen Fachhochschule. Die Inhalte sind stärker berufsbezogen und sollen den Weg in eine Ausbildung oder ein Studium ermöglichen.  Erste Absolventen machen aktuell die B2-Prüfungen und werden im nächsten Wintersemester ihr Studium aufnehmen.

Die Lehrerinnen und Lehrer des Hanse-Kollegs schätzen die Arbeit mit den Migranten sehr, treffen sie hier doch weitgehend auf hochmotivierte, zielorientierte Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen. Die größte Gruppe stellen Männer und Frauen aus Syrien, Iran und Afghanistan dar, weitere Herkunftsländer sind: Irak, Eritrea, Guinea, Kongo, Tadschikistan,  Somalia, Albanien, Mazedonien, Mali, Mongolei, Nigeria, Libanon, Bangladesch  und andere.