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Herr Lange geht

Herr Lange geht

25 Jahre hat Heinz-Friedrich Lange als Schulleiter das Hanse-Kolleg geführt. Mit den Sommerferien endet seine Dienstzeit als Schulleiter.

Der am 25.07.1953 in Hamm geborene Lange hatte als Jugendlicher eigentlich ganz andere Berufspläne. Schließlich wollte er den elterlichen Hof übernehmen und Bauer werden. Die veränderten Rahmenbedingungen in der Agrarwirtschaft jedoch machten es unmöglich, den nach heutigen Maßstäben kleinen Betrieb der Eltern weiterzuführen. 1969 wechselte Lange von der Realschule auf das Gymnasium, noch immer nicht ahnend, dass er einmal Lehrer werden würde. Im Gymnasium taten sich neue Horizonte auf: Mathe, Physik, Geschichte und Erdkunde wurden zu den Lieblingsfächern.

Nach bestandenem Abitur verbrachte der inzwischen zum Jüngling Gereifte zwei Jahre als Zeitsoldat in der Panzerbrigade der Bundeswehr in Augustdorf. Erst in dieser Zeit entschloss er sich, ein Studium in den Fächern Mathe und Geschichte an der Universität Münster aufzunehmen. Lange entschied sich bewusst gegen die „klassische“ Kombination Mathe und Physik – ihm war es wichtig, auch ein gesellschaftswissenschaftliches Fach zu studieren, um seinen Interessen gerecht zu werden. Auch wenn er in den letzten Jahren kaum noch Geschichte unterrichtete: Dass er in diesem Fach über profunde Kenntnisse verfügt, konnte man bisweilen merken, denn Herr Lange ist bekannt dafür, dass er 1000-seitige historische Biographien und Monographien nicht nur im Regal stehen hat, sondern auch vollumfänglich liest.1979 schloss er seine Studien mit dem Ersten Staatsexamen ab, um in dem darauffolgenden Jahr das Referendariat am Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg zu beginnen.

Nach erfolgreichem Bestehen des Zweiten Staatsexamens musste sich der knapp 30jährige zunächst mit Aushilfstätigkeiten über Wasser halten, denn es gab in den 1980er Jahren zu viele Bewerber auf zu wenige Stellen. So unterrichtete Heinz-Friedrich Lange, der bald Vater werden sollte, im Schuljahr 1982/83 zunächst an der VHS arbeitslose Sonderschulabsolventen, dann einige Monate an der Bundeswehrfachschule ausscheidende Soldaten, die noch keinen Realschulabschluss besaßen, und schließlich als Vertretungslehrer an einem Gymnasium. Der Weg in die Erwachsenenbildung scheint, ohne dass es Lange selbst bewusst war, schon vorgezeichnet gewesen sein. So kam zum Schuljahr 1983/84 der Ruf ans noch ganz neue Abendgymnasium Hagen. Innerhalb nur weniger Jahre hat Herr Lange sich dort offensichtlich einen Namen gemacht, denn schon 1991 erreichte er die Position des stellvertretenden Schulleiters.

Abermals nach nur kurzer Zeit, 1994, wechselte der Hammer an die Spitze des Hanse-Kollegs, dass damals noch Abendgymnasium hieß. Diese unsere Schule hat er nun ein Vierteljahrhundert mit souveräner Hand durch gute und schlechte Zeiten gesteuert. Insbesondere in Zeiten sinkender Studierendenzahlen, in denen viele andere Kollegs um ihre Existenz bangen, steht das Hanse-Kolleg immer noch recht gut da. Dass liegt auch daran, dass Herr Lange sich stets rasch auf neue Entwicklungen und Angebote eingelassen hat. Unter seiner Ägide wurde das Abendgymnasium am Vormittag, der Kolleg-Zweig, die Abendrealschule und auch der Bildungsgang Abitur online etabliert. Wenn es nach ihm ginge, würden wir heute auch in Kliniken und Gefängnissen unterrichten, aber nicht immer lässt sich alles so einfach realisieren.

Herr Lange war ein Schulleiter, der mit Besonnenheit, Fairness und ruhiger Hand die Geschicke der Schule lenkte. Er, der in gerade einmal einer Dekade den Aufstieg vom einfachen Lehrer zum Schulleiter schaffte, musste sich und anderen offenbar nichts mehr beweisen. In Konferenzen ließ er bisweilen geduldig endlose Diskussionen über sich ergehen; wohl auch deshalb, weil er überzeugt davon ist, dass Meinungsvielfalt und Kontroversen wichtig für die Schulentwicklung sind. Ein Freund unnötiger Worte und Konferenzen war Herr Lange zum Glück des Kollegiums nicht. Wer etwas von ihm wollte, konnte ihn jederzeit sprechen – seine Tür stand stets offen. Stundenplanwünsche wurden, wenn irgendwie möglich, erfüllt. Auf Herrn Langes Wort konnte man sich verlassen. Am liebsten widmete er sich dem wirklich Wichtigen, der Arbeit. An späten Freitagabenden brannte in seinem Fenster häufig noch Licht. Und dass Lange freiwillig deutlich mehr Unterrichtsstunden abhielt als nötig, ist Kennzeichen seiner Auffassung von Arbeit und Pflicht.

Auf die Frage, welchen Ratschlag er seinem Nachfolger und auch dem Kollegium mit auf den Weg geben wolle, antwortete Herr Lange (nur unwillig, weil er Ratschläge nicht geben will), dass erstens nichts so sicher sei wie der Wandel. Darauf müsse man stets reagieren. Zweitens könnten nicht immer alle einer Meinung sein. Das müsse man respektieren. Es wäre sicher klug, diese Grundsätze zukünftig zu beherzigen. Immerhin ist das Hanse-Kolleg 25 Jahre lang gut damit gefahren.

Am 11.07. wird Herr Lange in den Ruhestand verabschiedet. Die Schulgemeinschaft wünscht ihm einen guten Start in die neue Lebensphase!

Florian Teubert