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Praktikum im Forschungszentrum Jülich gefördert durch die Studierendenakademie ''proMINat''

Ein Dipolmagnet für die Lenkung von Hadronen  für den Teilchenbeschleuniger in Darmstadt
Ein Dipolmagnet für die Lenkung von Hadronen für den Teilchenbeschleuniger in Darmstadt

Als mein ehemaliger Physiklehrer, Herr Böttcher, mir die Nominierung für das Kurzzeitpraktikum im Forschungszentrum Jülich durch die Studierendenakademie ''proMINat'' mitteilte, wollte ich unbedingt einen der begehrten Plätze haben. Unmittelbar fertigte ich die benötigten Bewerbungsunterlagen an und hoffte geduldig auf eine Zusage. Diese kam wenige Wochen später an und ich freute mich sehr über die Chance, die mit zuteilwurde.

Aufgeregt und voller Vorfreude machte ich mich am Sonntag, dem 24.06.2018, auf den Weg nach Jülich. Am besagten Tag ging es zunächst um das Kennenlernen der einzelnen TeilnehmerInnen. Wir machten einen Spaziergang zu einem Biergarten und kamen ins Gespräch. Schnell entwickelte sich eine positive Gruppendynamik, welche sich über die gesamte Woche fortsetzte.

Am Montag startete unsere Woche im Forschungszentrum Jülich mit einer Sicherheitsbelehrung im Schülerlabor ''Julab'' sowie einer informativen Bus-Tour durch das Gelände, bei der wir an verschiedenen Instituten anhielten. Gestützt durch einen Guide konnten wir somit einen kleinen Überblick über das riesige Forschungszentrum erhalten. Nach dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen in der Kantine des Zentrums empfing mich mein Betreuer, Dr. Raimund Tölle, und wir fuhren gemeinsam in das Institut für Kernphysik (IKP), wo ich eine Woche lang tätig war. Am selben Tag lernte ich einiges über die Kern- und Beschleunigerphysik durch das Lesen geeigneter Fachliteratur und die Besichtigung des ''Herzstückes'' des Instituts, dem Teilchenbeschleuniger ''COSY'' (Cooler Synchrotron). Mithilfe von ''Cosy'' werden unter anderem die einzelnen Bestandteile von Hadronen untersucht, welche durch ein Auftreffen auf ein Target ''zerlegt'' werden. Jedoch müssen die Hadronen im Teilchenbeschleuniger während der Beschleunigung gekühlt und durch Magnete gelenkt werden, damit ein deutbares Ergebnis erzielt werden kann.

In den darauffolgenden Tagen lernte ich noch einiges über den Aufbau der benötigten Magnete (Dipol- , Quadrupol-, Sechspolmagnete) und ihre Funktionsweisen. Des Weiteren durfte ich an einer Anfertigungsliste für einen neuen Teilchenbeschleuniger in Darmstadt arbeiten und habe somit auch Einblicke in die Entwicklung eines solch komplexen Geräts bekommen. Auch berechnete ich Auswirkungen auf den Energiebedarf des Teilchenbeschleunigers, falls die Hadronenstrahldicke verändert werden würde.

In den abendlichen Runden, nach der Arbeit im Forschungszentrum, hatten wir noch weitere Aufgaben zu erfüllen, wie das Halten von Kurzreferaten über den Tag. Auch Ausflüge und Besichtigungen (z.B. des Elektronenmikroskops ''PICO'') gehörten zur Tagesordnung.

Alles in allem kann man sagen, dass die Praktikumswoche sehr lehrreich und spannend war. Mein Wunsch, in der Forschung tätig zu sein, wurde gefestigt. Ich wurde sehr freundlich empfangen und die Freizeit mit meiner Gruppe gestaltete sich sehr amüsant. Wir haben uns sehr gut verstanden und weitere Treffen sind bereits geplant.

Letztendlich kann man die Studierendenakademie ''ProMINat'' mit bestem Gewissen weiterempfehlen, denn ein guter Einblick in die Forschung eines Naturwissenschaftlers ist so möglich und Interessen können geweckt oder gefestigt werden.

Ein Bericht von Pascal Müller