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Zeugnisverleihung des Hanse-Kollegs

92 Studierende des Hanse-Kollegs erhielten am Freitag im Rahmen der Entlassfeier in der Aula der Drost-Rose-Realschule Lippstadt ihre Abschlusszeugnisse.

Insgesamt 37 Studierende von allen vier Standorten des Hanse-Kollegs in Lippstadt, Hamm, Beckum und Soest wurden mit dem Abitur entlassen, 27 erhielten die Fachhochschulreife und 38 den Mittleren Schulabschluss. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, denn 14 der Abiturienten haben eine Eins vor dem Komma. Herausragend war die Leistung von Maike Schröder aus Soest, die auf ihr Abiturzeugnis mit dem Notenschnitt 1,1 stolz sein kann. Besonders gewürdigt wurden auch die Abschlüsse von Rike Feldmann, die ihre Fachhochschulreife mit der Gesamtnote 1,3 erhielt, und von Ilka Ubben, die mit der Note 1,6 den besten Mittleren Schulabschluss in Empfang nahm, beide vom Standort Lippstadt.

Schulleiter Heinz-Friedrich-Lange hatte an diesem Abend etwas mit den Studierenden gemein: Auch für den Hammer war es ein Abschied, denn nach 25 Jahren als Schulleiter des Hanse-Kollegs wird er in wenigen Tagen in den Ruhestand wechseln. Lange widmete seine Rede der zunehmenden Digitalisierung und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, die Studierenden mögen während ihrer Zeit am Hanse-Kolleg genügend Kompetenzen erworben haben, um mit den digitalen Medien kritisch umzugehen und etwa angesichts aktueller politischer Fragen zu fundierten Urteilen zu kommen. Darüber hinaus werde man auch in Zukunft nicht auf die Kreativität und den Verstand des Menschen verzichten können. Die Studierenden ermahnte er dazu, den Wandel in diesem Sinne als Chance zu begreifen: Die Formel der Aufklärung „Ich denke, also bin ich“ sei nicht zu ersetzen durch den zeitgenössischen Irrglauben „Ich bin online, also bin ich“.

Auch Beratungslehrer Dr. Tobias Schulz setzte sich mit dem Zeitgeist auseinander. Er ermahnte die Absolventen dazu, kritisch mit sich und ihrer Umwelt umzugehen. Nicht der, der am lautesten brüllt, habe recht, so Schulz – ganz im Gegenteil: Wer am wenigsten Ahnung hat, neige dazu, sich am stärksten zu überschätzen und die Leistungen der anderen zu unterschätzen. Der Biologie-Lehrer forderte dazu auf, sich seine eigene Meinung zu bilden. Nur so könne man der Echoblase entkommen.

Die stellvertretende Schulleiterin des Hanse-Kollegs, Sabine Westkämper-Gramm, hob besonders positiv hervor, dass inzwischen auch Migranten trotz erschwerter Ausgangsbedingungen Schulabschlüsse erwerben konnten. Einer von ihnen, Sabri Khudida, bedankte sich mit einer humorvollen Rede bei seinen Lehrerinnen und Lehrern dafür, am Hanse-Kolleg den Mittleren Schulabschluss erwerben zu können, denn in seiner Heimat sei ihm so etwas nicht vergönnt gewesen. Den Lehrerinnen und Lehrern vergesse er nicht, dass sie ihn und seine Mitstudierenden mit Migrationshintergrund stets tatkräftig unterstützt haben, so Khudida.

Die Abiturientin Nadine Hinsen, die stellvertretend für die Studierenden des Standorts Lippstadt sprach, erinnerte an die vielen lustigen Momente während ihrer Schulzeit und zeigte sich wehmütig, dass die insgesamt schöne Zeit jetzt vorbei ist. Niklas Franke, der sein Abitur am Standort Hamm absolvierte, fasste die Zeit am Hanse-Kolleg mit der Aussage „Wir hatten Spaß!“ zusammen und lobte in diesem Zusammenhalt die „locker-konstruktive Lernatmosphäre“ und den Zusammenhalt der Studierenden. Das Hanse-Kolleg als Institution des Zweiten Bildungswegs sei ein Ort der zweiten Chancen. Dass viele Lebensläufe der Studierenden nicht geradlinig verlaufen, kommentierte er mit den Worten: „Keine Erfahrung ist vergebens, kein Umweg zu lang, keine Zeit verschwendet, wenn wir nur daraus lernen!“ –  oder mit Nietzsches Worten: „Hindernisse sind die Stufen, an denen wir das Leben erklimmen.“ Eine andere Perspektive offenbarte Ibrahim Gezer, der ebenfalls für die Hammer Studierenden sprach. Er lobte das Hanse-Kolleg ausdrücklich für seine Weltoffenheit. Trotz vieler verschiedener kultureller und sozialer Herkunft habe es nie Konflikte gegeben, sondern man habe im Gegenteil viel voneinander gelernt.

Florian Teubert